In Momenten der Enttäuschung und Frust ist es nicht einfach, die richtigen Worte zu finden. Es fehlte so wenig, um das Märchen perfekt zu machen. Am Ende scheiterten die Eagles an diesem verflixten Schlussdrittel. Die Partie hätte fast nicht besser starten können. Nach einem Abtasten auf beiden Seiten, mit Chancenplus beim Heimteam, löste Infanger den Knoten in der 16. Minute. Sturmkollege Frei erhöhte wenig später direkt auf 2:0, die Eagles nahmen Fahrt auf. Ja besser noch: Hirschi ackerte in der Offensivzone unermüdlich und drückte den Ball am Ende zum 3:0 über die Linie. Ein großartiges erstes Drittel, in dem man die klar bessere Mannschaft war. Die Eagles- Körpersprache auf und neben dem Feld zeigte deutlich, die Eagles wollten, es soll ihr Tag werden.
Im zweiten Drittel powerten sie weiter und kamen durch Niederhauser, der aus maximal spitzem Winkel den Abschluss nahm, zum 4:0. Kurz darauf bot sich den Hausherren die Chance zum 5:0 in Überzahl, dieses wurde jedoch mehrmals vergeben. Gegen Ende des Mitteldrittels scheiterte dann auch noch Rudin am Querbalken sowie Ballmer vor dem leeren Tor – es wäre vermutlich die Entscheidung gewesen.
Im Schlussabschnitt forcierte Laupen ihre letzten Kräfte und dies sollte bereits wie am Vortag beim Heimsieg (4:3-Sieg nach 0:3- Rückstand) Früchte tragen. Den Eagles flatterten abermals die Nerven und man wirkte nach dem ersten Gegentreffer direkt wieder verunsichert, obwohl es keinen Grund dazu gab. Auf das 4:1, folgte nach 47’ das 4:2 – Timeout auf Seiten der Eagles. Kurze Zeit später der nächste Tiefschlag. Laupen verkürzte weiter auf 3:4. Die Stimmung in der Halle war elektrisierend. Gänsehautmoment! Die beiden Fanlager peitschten ihr Team nach vorne – eine Stimmung, die es so in Oberdorf schon länger nicht mehr gegeben hat. Die Eagles fingen sich und wurden erneut gebremst, als Infanger auf die Strafbank musste. Rund eine Minute später war es dann passiert. Laupen erzielte den 4:4-Ausgleich. Die Eagles gaben aber nicht auf, kamen nochmals zu einer dicken Chance, am Ende ging’s in die Verlängerung.
Dem Heimteam glückte der Start leicht besser, doch mit einem trockenen Abschluss eines Berners war die Niederlage besiegelt. Konsternierende Gesichter mit den einen oder anderen Tränen da, jubelnde sich in den Armen liegenden Spielern dort. Freud und Leid an einem Ort…so brutal kann Unihockey sein. Waldenburg war während der ganzen Serie keinesfalls schlechter als ihr Kontrahent, doch muss man sich vorwerfen lassen, dass man eine 3:0-Führung im vierten Spiel und eine 4:0-Führung im fünften Spiel nicht über die Runden brachte und auch eine 2:0-Führung in der Serie aus der Hand gab.
Jetzt ist Wunden lecken angesagt, das Erlebte aufarbeiten und zusammenstehen. Dies begann bereits am Sonntagabend, als sich ein Grossteil der Mannschaft zum Pizzatreffen verabredete- ein erster Schritt in die richtige Richtung.
Rückblickend wurde eine herausragende Meisterschaftskampagne mit 14 Siegen aus 14 Spielen gespielt. Die Eagles hatten nach dem Aufstieg in die 3.Liga keine Mühe auch eine Stufe höher den Tritt zu finden. Souverän qualifizierte man sich für die Aufstiegsspiele. Dann kamen eben diese Playoffs, welche so gut begannen. Ein fulminanter Auftakt mit dem 14:5- Sieg. Ging es zu einfach? Wurden die Eagles unterschätzt? Waren sich die Eagles danach bereits schon zu sicher bezüglich des Aufstiegs? Es folgte ein erkämpfter zweiter Sieg auswärts in Laupen, bei dem fast ein 5:1-Vorsprung verspielt wurde und dieser Sieg liess die Eagles noch mehr vom Aufstieg träumen.
Am Ende sollte es nicht sein. Es fehlte die Krönung für das Team von Michael Spitteler. Viel Aufwand für nichts ist man im ersten Moment versucht zu sagen. Die Eagles werden ihre Lehren daraus ziehen und ihre Stabilität in entscheidenden Momenten wiederfinden. Aber es braucht Zeit, Zeit zum Verarbeiten, bevor man die neue Saison in Angriff nehmen kann.
Die Eagles kommen wieder, nicht heute, nicht morgen, aber übermorgen!
Ganz nach dem Motto: Du kannst liegen bleiben oder aufstehen und Champions stehen wieder auf!
Waldenburg vs. Laupen 4:5n.V. (3:0, 1:0, 0:4, 0:1)
Dreifachhalle Oberdorf, BL.
Strafen: 2x2 Minuten gegen Waldenburg, 1x2 Minuten gegen Laupen.
Tore: 17. Infanger(Rudin) 1:0, 18. Frei(Rudin) 2:0. 20.(19:05) Hirschi 3:0, 26. Niederhauser(Müller) 4:0, 43. Laupen 4:1, 47. Laupen 4:2, 39. Laupen 4:3, 57. Laupen(Ausschluss Infanger) 4:4, 62. Laupen 4:5.
Waldenburg: Wagner(Uhlmann); Tambini, Dürrenberger, Rudin, Infanger, Frei; Hänggi, S.Thommen, Steiner, Werthmüller, Hirschi; Giampa, Müller, Ballmer, Hoch, Niederhauser; Martin, Grieder, Schmid, Kaufmann.
Bemerkungen: Waldenburg ohne Bitterli (abwesend), Schneider und Berger (verletzt), Thiemermann, Nov. 26. Timeout Laupen, 48. Timeout Waldenburg.